Internationales Recht,Strafrecht,Steuerstrafrecht  - Rechtsanwaltsgesellschaft mbH Vogel
Home Regionen Aktuelles Fachbegriffe Mitgliedschaften Kontakt Anfahrt Impressum

  Übersicht | A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z _

  ganz vereiteln § 258 StGB
  Garantenpflicht
  Garantenstellung
  Garantiefunktion Art. 103 II GG
  Gebäude §§ 242, 303 StGB
  gebotene Notwehr
  Gebrauchen (einer Urkunde)
  Gebrauchsanmaßung
  Gefährdungsdelikt
  Gefährdungsschaden
  Gefährliches Werkzeug
  Gefahrenabwendungswille
  Gefahr für Leib und Leben
  Gefahr § 34 StGB
  Gefangener § 120 StGB
  gegenwärtig (Gefahr)
  Geheimhaltungsbedürftige Informationen
  Geheimnis § 203 StGB
  Geheimschutz
  Geldstrafe
  Geldwäsche
  Geldwäschegesetz
  Geldwäscherichtlinien
  Geld §§ 146 ff StGB
  Gemäldedetektiv
  Gemeindelikte
  gemeingefährliches Mittel
  Gemeinschaftlich
  geringwertige Sache
  Gesamtbetrachtungslehre
  Gesamtlösung
  Gesamtstrafe
  Gesamturkunde
  Geschäftsgeheimnis
  Gesetzeskonkurrenz
  Gesetzesvorbehalt
  Geständnis
  Gesundheitszeugnis
  Gewahrsamsenklave
  Gewahrsamslockerung
  Gewaltbegriff
  Gewaltdelikte
  Gewerbsmäßig
  Gift
  Gleichstellungsklausel
  Governance, Risk und Compliance
  Grausam
  Grenzüberschreitende Sachverhalte
  Grosse Strafsachen
  Große Strafkammer
  Grundsatz der Spezialität
  Grundtatbestand
  Güterabwägung

Gewaltbegriff

Der Gewaltbegriff im deutschen Recht ist seit langem umstritten. Anfangs wurde der Begriff rein körperlich verstanden. Dann wandelte sich der Begriff bis hin zu einem rein psychischen Gewaltbegriff, so dass auch passive Demonstranten plötzlich Gewalt anwendeten, wenn sie nur sitzen blieben anstatt sich zu entfernen. Dem hat das Bundesverfassungsgericht eine Absage erteilt und ausgeführt, dass eine derartige Aufweichung des Gewaltbegriffes gegen das Bestimmtheitsgebot im Strafrecht verstoße. Vielmehr bedarf Gewalt auch einer aktiven Form. Rein passives Sitzen reicht dazu nicht aus. Demnach wird heute Gewalt als körperlich oder psychisch wirkenden Zwang, der durch Kraft oder sonstiges Verhalten ausgeübt wird, bezeichnet. Durch diesen Zwang wird die Freiheit der Willensentschließung oder Willensbetätigung eines anderen aufgehoben oder beeinträchtigt. Es werden grundsätzlich zwei Erscheinungsformen von Gewalt unterschieden. Zum einen die "vis absoluta". Sie liegt dann vor, wenn die Willensbildung des Opfers ausgeschaltet wird und damit die Willensbetätigung des Opfers unmöglich gemacht wird. Zum anderen die "vis compulsiva". Sie dient dazu einen bestimmten Willen beim Opfer herbeizurufen. Durch die Gewaltanwendung soll der Wille des Opfers gebeugt werden. Der Gewaltbegriff findet sich unter anderem in Straftatbeständen Nötigung, Raub oder räuberischer Erpressung.